Everyday Life in Times of Datafication

Redenreihe Making Sense of the Digital Society
Veranstaltungsbeginn: 16.11., 19:00 Uhr - 20:30, 
Veranstaltungstage:
16. Nov 19:00Uhr - 20:30Uhr

Auditorium Friedrichstraße – Quartier 110
Friedrichstraße 180, 10117 Berlin,
Das Event findet auch online statt
Bundesland: Berlin, Online
Veranstalter: Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft
Format: Redenreihe
Vortragssprache ist Englisch Unsere alltäglichen Erfahrungen mit Daten können uns helfen, die digitale Gesellschaft besser zu verstehen, insbesondere in Bezug auf die Politik der Datafizierung und datenbezogene Ungleichheiten. Durch den Fokus auf das Alltägliche können die Strukturen der Datafizierung nicht nur als konstitutiv für das soziale Leben angesehen werden, sondern auch als durch alltägliche Praktiken konstituiert. Dieses Verständnis ermöglicht es uns, nach Handlungsmöglichkeiten zu suchen, denen in Konzepten wie Datenkolonialismus oder Überwachungskapitalismus und in ihren jeweiligen Lesarten von Datafizierung nur wenig Raum gegeben wird. Der Blick auf das Alltägliche lenkt den Fokus auf die Relevanz der Gefühle und der Werte der Menschen in ihrem Umgang mit Daten und ihren oft sehr gewöhnlichen Alltagstätigkeiten. Soziale Ungleichheiten prägen das Leben und führen zu unterschiedlichen – und oft beunruhigenden – Erfahrungen mit Daten. Das Leben der Menschen ist von Unterschieden geprägt und die bestehenden sozialen Ungleichheiten werden für bestimmte Bevölkerungsgruppen durch den Einsatz datenbasierter Systeme noch verstärkt. Die Beziehung zwischen Ungleichheit und Datafizierung erfordert daher auch unsere besondere Aufmerksamkeit. Um die Macht der Daten verstehen und dieser begegnen zu können, sind scheinbar unpolitische, gewöhnliche und alltägliche Interaktionen mit Daten ebenso wichtig wie Phänomene, die in viel offensichtlicherer Weise politisch sind. Denn das Gewöhnliche ist politisch, und es geht viel verloren, wenn wir das übersehen. Helen Kennedy ist Professorin für die Digitale Gesellschaft (Digital Society) an der Universität Sheffield, wo sie das Forschungsprogramm Living With Data leitet. Sie interessiert sich dafür, wie digitale Entwicklungen von "normalen Menschen" erlebt werden und wie diese Erfahrungen auf die Arbeit von digitalen Praktikern wirken kann, um Ungleichheiten zu überwinden. Sie erforscht die Wahrnehmungen und Gefühle in Bezug auf "Datafizierung", daten-bezogene Handlungsmöglichkeiten und die Frage, ob die Beschäftigung mit Daten Menschen zum Handeln mobilisiert. Ihre jüngsten Bücher sind Post, Mine, Repeat: social media data mining becomes ordinary (Palgrave, 2016) und Data Visualization In Society (herausgegeben mit Martin Engebretsen, Amsterdam University Press, 2020). Die Veranstaltung wird moderiert von Tobi Müller. Tobi Müller ist Kulturjournalist und Autor mit Schweizer Hintergrund und wohnt in Berlin. Er schreibt und redet über Pop, Theater und Digitalität (für Zeit Online, Deutschlandfunk Kultur, Die Wochenzeitung, republik.ch u.a.) und moderiert Diskussionsrunden. Das vollständige Programm, Informationen zur Anmeldung finden Sie unter www.bpb.de/342619 Die Anmeldung für eine Teilnahme vor Ort finden Sie unter https://www.hiig.de/en/events/helen-kennedy-everyday-life-in-times-of-datafication/